Nachthemd

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Ein Nachthemd ist eine locker geschnittene, einteilige Schlafbekleidung. Die Länge des Kleidungsstückes variiert dabei von schenkellang, über knielang bis hin zu knöchellang. Reicht das Hemd allerdings gerade bis in die Leistengegend hinab, so spricht man von einem Flatterhemd. Dieses ist aufgrund seiner geringen Länge gewöhnlich mit einem dazugehörigen Nachthöschen ausgestattet.

Anders als das sommerlich leichte Flatterhemd, das zumeist aus besonders luftigem Stoff gearbeitet ist, werden Nachthemden gewöhnlich aus Baumwolle oder Baumwoll-Gemischen hergestellt. Grund hierfür sind die besonderen Eigenschaften der Baumwollfaser. Sie ist sehr saugfähig und nimmt den nachts vom Körper abgegebenen Schweiß sehr gut auf. Atmungsaktiv und weich auf der Haut lassen sich Nachthemden aus Baumwolle ausgesprochen angenehm tragen. Je nach genauer Faser-Zusammensetzung verträgt das gute alte Baumwoll-Nachthemd im Notfall auch einmal Temperaturen, die die normal-verträgliche 40-Grad-Grenze deutlich übersteigen. Zuweilen werden auch Nachthemden aus Leinen angeboten. Sie sind eine ebenso strapazierfähige, schöne und natürliche Alternative zur Baumwolle. Allerdings liegt Leinen nicht ganz so soft und kuschelig auf der Haut wie seine weiche Schwester.

Neben Baumwolle und Leinen können auch andere, deutlich hochwertigere Materialien wie Seide und Satin zum Einsatz kommen. Sie werden für besonders edle und attraktive Nachthemden verwendet, die häufig noch durch zusätzlich eingepasste Spitzeneinsätze und schöne Stickereien verziert sind. Kühl und glatt auf der Haut eignen sich Nachthemden aus diesen Materialien besonders für den Sommer.

Der Ausschnitt des Nachthemdes ist entweder rund oder V-förmig. Manche Modelle verfügen über keine zusätzliche Möglichkeit, den Ausschnitt zu vergrößern und werden einfach über den Kopf gezogen. Andere Varianten sind mit einer kurzen Knopfleiste versehen, die ein bequemes An- beziehungsweise Ausziehen ermöglicht.

Im sittenstrengen Frankreich waren die Nachthemden für Verheiratete übrigens vorn geschlitzt. Auf diese Weise konnten die Eheleute ihren Pflichten nachkommen, ohne sich (nach der damiligen Auffassung) unsittlich voreinander entblößen zu müssen. Ende des 19. Jahrhunderts wurden die Nachthemden auf der Vorderseite durchgehend geknöpft. Die üppige Stoffmenge wurde durch ein Zugband in der Taillenregion gebändigt. Für Männer wurde bald schon die Kombination aus Schlafjacke und Schlafhose populär. Frauen haben bei der Nachtbekleidung erst seit circa 1914 die Wahl zwischen „Rock oder Hose“.

Wurde das Nachthemd früher also ganz selbstverständlich von beiderlei Geschlecht getragen, ist es heute zumeist den Damen vorbehalten. Allerdings gibt es auch unter den Herren noch eine stattliche Anzahl passionierter Nachthemd-Träger, die ihren luftigen Einteiler gegen keinen Pyjama der Welt tauschen mögen.

Siehe auch :
  • Babydoll
  • Bettstiefel
  • Bigshirt
  • Negligé